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Problemlösetraining

Durch konsequente Anwendung der Kommunikationsregeln lassen sich viele problematische Situationen meistern, die sonst zu belastenden Auseinandersetzungen führen würden. Die Bewältigung länger andauernder, tiefgehender Konflikte oder überraschend eintretender, stressreicher Lebensereignisse verlangt der Familie je-doch weitergehende Fertigkeiten ab, wenn es nicht zum Scheitern, in der Folge zu Belastungen für alle Beteiligten und damit letztlich zu einer Zunahme des Rückfallri-sikos kommen soll. Im familiären Zusammenleben - insbesondere wenn es durch psychische oder physische Krankheit belastet wird – sind immer dann Problemge-spräche notwendig, wenn unterschiedliche Wünsche und Meinungen aufeinander treffen. Dies ist einerseits mit negativen Gefühlen wie Ärger, Enttäuschung oder Sorgen verbunden, andererseits müssen trotz unterschiedlicher Bedürfnisse Entschei-dungen getroffen werden, von denen jeder Einzelne betroffen ist. Mit Hilfe des Problemlöseansatzes lernt die Familie, dass für die meisten Konflikte Lösungen gefunden werden können, die jedem Beteiligten in bestmöglicher Weise gerecht werden. Es soll eine Gesprächsstruktur vermittelt werden, die vom Inhalt unabhängig alle Beteiligten dazu befähigt, ein konstruktives, zielgerichtetes Konfliktgespräch zu führen, das sechs Schritte umfasst:

  • Um welches Problem geht es?
  • Lösungsmöglichkeiten sammeln (ggf. aufschreiben)
  • Lösungsmöglichkeiten diskutieren
  • Lösungsmöglichkeit(en) auswählen
  • Überlegen, wie die beste Lösungsmöglichkeit in die Tat umgesetzt werden kann
  • Überprüfen, ob die geplanten Schritte eingehalten wurden

Auch Probleme in der Therapie, z.B. Unregelmäßigkeit bei der Medikamentenein-nahme, mangelnde Kooperation oder Verschlechterung des Befindens des Patienten können so bearbeitet werden. Der Therapeut versucht so früh wie möglich, die Gesprächsleitung an die Familie zu delegieren.