Informationsphase
InformationEs schließt sich eine Informationsphase an, in der ein umfangreiches Wissen über charakteristische Symptome, Häufigkeit und Verlauf, Ursachen, medikamentöse Be-handlung mit antipsychotischen Drogen und Nebenwirkungen sowie die Ermittlung von Frühwarnzeichen vermittelt wird. Ziel ist es, eine Wissensgrundlage für die kom-petente Bewältigung der Krankheit und die Vermeidung von Stressbelastungen für den Patienten zu schaffen.
Das vermittelte Krankheitsbild orientiert sich am Vulnerabilitäts-Stress - Modell schizophrener Episoden. Es versucht, alle gesicherten Befunde aus der Schizo-phrenieforschung zu integrieren, Schizophrenie als nosologische Einheit zu sehen und alle gefundenen Einflussfaktoren zu berücksichtigen. Einbezogen werden:
- Störungen der Aufmerksamkeit und Informationsverarbeitung
- Dysfunktionen des autonomen Nervensystems
- Schizotypische Persönlichkeitszüge
- Kritisches oder emotional überinvolviertes Familienklima (erfasst nach dem Expressed-Emotion-Konzept)
- Überstimulierende soziale Umwelt
- Belastende Lebensereignisse
Durch die Ermittlung persönlicher Frühwarnzeichen soll ein rasches Reagieren auf eintretende Verschlechterungen des Zustandes ermöglicht werden. Anhand des Frühwarnzeichen-Inventars, aber auch anhand der Beobachtungen und Erfahrungen des Betroffenen und seiner Angehörigen wird geklärt, ob der oder den akuten Episo-den Veränderungen und Beschwerden vorausgingen, die zunächst noch keinen An-lass zur Sorge gaben. Im Nachhinein kann der Zusammenhang zur Erkrankung aber deutlich werden. Treten solche Veränderungen wieder auf, sollte das Problem in der Familie besprochen werden, um auslösende Stressoren zu identifizieren und abzu-bauen. Gelingt das nicht, sollte Kontakt zum Therapeuten und behandelnden Arzt gesucht werden. Gegebenenfalls muss die Dosis der Medikation erhöht werden. Ist der Umgang mit der Situation verantwortungsbewusst, kann in symptomfreien Zeiten die Medikation minimiert werden.