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Diagnostik

Diagnostik

Hierzu erfolgt zunächst eine Phase der Diagnostik zur Krankheitsentwicklung, Familiensituation und –problemen, Zielbestimmung, Analyse der familiären Kommunikati-on und der Psychopathologie des Betroffenen. Der Therapeut analysiert das Interak-tionsverhalten aller Beteiligten und informiert sich über ihre Einstellungen, Gefühle, Ziele und Motive: Er erfasst das emotionale Klima und das Problemlöseverhalten der Familie, wobei er z.B. auf mangelnden Blickkontakt, gegenseitiges Unterbrechen, für andere sprechen, vom Thema abschweifen, Vorwürfe machen, Widersprüche zwi-schen Ausdruck und Inhalt des Gesagten etc.), aber auch auf Kompetenzen, auf de-nen er aufbauen kann. Auch das bereits bestehende Wissen über die Erkrankung wird berücksichtigt.

Auf der Basis dieser Informationen formuliert der Therapeut auf den verschiedenen Ebenen des Familiensystems spezifische Ziele, so für das kommunikative Verhalten jedes einzelnen Familienmitgliedes (z.B. weniger kritisches Verhalten des Vaters, weniger emotional eindringliches Verhalten der Mutter etc.), für das Problemlösever-halten der Gesamtfamilie (z.B. Einigung auf spezifische, konkrete Probleme, Vermei-dung von Ausweichversuchen auf andere Themen etc.) und für die Struktur des Fa-miliensystems (z.B. Unterstützung der Autonomiebestrebungen einzelner Familien-mitglieder).

Daneben versucht der Therapeut zu jedem eine tragfähige Beziehung aufzubauen. Er respektiert die bisherigen Bewältigungsversuche der Familie und vermeidet jegli-che Schuldzuweisung. In der Diagnostikphase können halbstrukturierte Interviews sowie Fragebögen eingesetzt werden.