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Prävention

Einer der wichtigsten Befunde der prospektiven Studie von JONES et al. (1994) war, dass die Mütter der später schizophren Erkrankten deutlich verringerte mütterliche Kompetenzen zeigten und in ihrem Verständnis für ihr Kind beeinträchtigt waren. Bei ihnen wurde eine verminderte Empathiefähigkeit und ein unzureichendes Erziehungsverhalten festgestellt. Das Fehlen stützender intimer Beziehungen korrelierte stark mit der Chronizität der kindlichen Störung. Ferner wurden Brüche im Familienleben, in den sozialen Beziehungen und in der beruflichen Tätigkeit von Eltern schizophrener und depressiver Kinder beschrieben. Ebenso wie JONES et al. (1994) haben auch CANNON et al. (2002) und MYHRMAN et al. (1996) Interaktionsstörungen zwischen Mutter und Kind in der Vorgeschichte später an einer Schizophrenie erkrankten erwachsenen Probanden beschrieben.

Aus diesen Befunden ist zu folgern, dass die Förderung elterlicher Kompetenzen und interaktiver Fähigkeiten sinnvoll ist. In sicheren und haltgebenden Beziehungen aufwachsende Kinder haben größere Chancen, sich zu selbstsicheren und autonomen Persönlichkeiten weiter zu entwickeln, wie dies die Ergebnisse der Bindungsforschung eindrucksvoll belegt haben (Einzelheiten s. bei ZIEGENHAIN 2003). Evaluationsstudien haben zeigen können, dass durch frühe behutsame Beratung die elterliche Feinfühligkeit verbessert und die interaktive Kompetenz junger Eltern gestärkt werden kann. Auch die Untersuchungen von RAINE et al. (2003) haben zeigen können, dass ein präventives Frühförderprogramm im Kleinkindesalter sich präventiv u.a. auf das Entstehen schizotypischer Persönlichkeitszüge im Alter zwischen 17 und 23 Jahren auswirken kann. Diese allgemeinpräventiven Maßnahmen sind natürlich nur von geringer Spezifität, so sinnvoll sie auch für die individuellen Entwicklungschancen des Kindes sind.